21. April 2013
20-stündige Verfolgungsjagd geht damit zu Ende
01.35 Uhr: Der Verdächtige von Watertown soll sich in einem Boot hinter einem Haus verschanzen. Mehrere US-Medien berichten von Schüssen. Offenbar hat sich die Polizei dem Boot inzwischen genähert. Ob der 19 Jahre alte Dschochar Zarnajew in diesem Boot ist, ob er lebt, ist unklar
01.48 Uhr: Das Holzboot steht auf einem Anhänger im Garten. Laut US-Medien lebt Zarnajew noch, die Situation ist weiter unübersichtlich.
01.51 Uhr: Die Polizisten befürchten offenbar, dass der 19-Jährige Sprengstoff bei sich trägt.
01.59 Uhr: Offenbar hat die Polizei den Verdächtigen mit Hilfe von Wärmekameras entdeckt. Inzwischen soll die Polizei einen Roboter einsetzen, um sich dem Boot zu nähern. Angeblich hat sich der mutmaßliche Attentäter den größten Teil des Tages in dem Boot versteckt
02.04 Uhr: Über Twitter berichten viele US-Reporter von Blendgranaten, die von den Spezialeinheiten eingesetzt wurden, um den Verdächtigen im Boot zu verwirren. Lebt er oder ist er tot? Nach Angaben aus den USA hat die Polizei Bewegungen im Boot aus einem Hubschrauber beobachtet.
02.32 Uhr: Augenzeugen berichten von einer Menge Blut. Der Verdächtige soll aber am Leben sein.
02.39 Uhr: Der „Boston Globe“ zitiert Polizisten, deren Aussagen ein Fotograf mitgehört haben will: „Wir wissen, dass Du da drin bist. Komm heraus aus eigenem Antrieb. Komm heraus mit erhobenen Händen
2.49 Uhr: Applaus und Erleichterung in Watertown: Laut US-Medien hat die Polizei auch den zweiten Boston-Verdächtigen gefasst.
02.58 Uhr: Gute Nachrichten für all jene, die sich Antworten von Dschochar Zarnajew auf viele Fragen erhoffen. Die Polizei erklärt, er sei „am Leben, bei Bewusstsein, in Haft“.
. 03.00 Uhr : Bostons Bürgermeister Tom Menino: „We got him.“
03.05 Uhr: Die Bostoner Polizei twitter: „CAPTURED!!! The hunt is over. The search is done. The terror is over. And justice has won. Suspect in custody.“ (Gefangen! Die Jagd ist vorbei. Die Suche ist beendet. Der Terror ist vorbei. Und die Gerechtigkeit hat gewonnen. Verdächtiger in Haft.
03.12 Uhr: Der Vater von Dschochar sagt dem TV-Sender ABC: „Gott sei Dank“ sei sein Sohn am Leben.
03.35 Uhr: Kurze Pressekonferenz der Polizei. „Wir sind froh, den Menschen Gerechtigkeit gebracht zu haben“, sagt der Chef der State-Police mit Blick auf die Opfer des Attentats, aber auch einen jungen Polizisten, der während der Verfolgungsjagd starb.
04.07 Uhr: US-Präsident Obama ist erleichtert. „Wir haben ein tragisches Kapitel geschlossen“, sagt er. Er erinnert an die Opfer des Attentats. Er erwähnt aber auch, dass es noch viele offene Fragen gebe
Welche Rechte hat Dschochar Zarnajew? Nach der Festnahme des Bostoner Terrorverdächtigen ist in den USA eine brisante Debatte entbrannt. Die einen wollen ihm einen regulären Prozess machen – die anderen rufen nach einem Militärgericht.
Als gut integriert und umgänglich galt Dschochar Zarnajew . Tamerlan, sein großer Bruder dagegen war ein Außenseiter. Denn Angehörigen und Freunden, ist es ein Rätsel, wie die beiden, Terroristen werden konnten. An ihre Unschuld können auch nur die Eltern glauben. Nichts desto top,
die beiden Brüder sind die mutmaßlichen Attentäter von Boston. Einer wurde verhaftet, der andere von Kugeln getötet. Zwei Brüder, die seit mehr als zehn Jahren in den USA leben, wurden anscheinend plötzlich zu Terroristen. Fassungslos stehen die Angehörigen und Freunde vor dieser Wahrheit. Sie können nicht glauben, dass die beiden Studenten bombten und mordeten.
Am späten Abend des Tages, an dem Tamerlan Zarnajew starb, meldete
sich die Familie seiner Ehefrau Katherine Russell (24) zu Wort. Zarnajew und Russell haben eine dreijährige Tochter. „Wir können nicht verstehen, wie diese schreckliche Tragödie geschehen konnte. Wir haben Tamerlan wohl, niemals wirklich gekannt.“ Unsere Herzen sind gebrochen durch den Horror, den Tamerlan verursacht hat“, schrieben sie in einem Brief, den sie an die Medien weitergaben.
„Dennoch trauert sie um ihren Ehemann, den Vater ihres Kindes.
Dschochar machte einen Lebensretterkurs
Ein Freund von Dschochar ist geschockt: „Ich sehe den ganzen Tag sein Gesicht im Fernsehen“, so M. Faria (19), der mit Dschochar studierte. „ Ich wüsste nicht, warum er das getan haben sollte.“ Paradox: Faria und Dschochar Zarnajew besuchten gemeinsam einen Rettungsschwimmerkurs. Wie kam es zu dieser Wandlung vom Lebensretter zum Mörder?
„Ich weiß nicht, ob er sich selbst dazu entschieden hat oder von jemandem gezwungen wurde“, sagt Faria “. „Es tut mir leid für ihn, aber wenn er ein Attentäter ist…“. Seine Stimme versagt.
„Tamerlan könnte ihn manipuliert haben“
Andere Freunde berichten über den jüngeren Bruder, dass er freundlich, witzig und sehr umgänglich gewesen sei. Er sei gut integriert gewesen, mit einem loyalen Freundeskreis, dessen Mitglieder jederzeit die Hand für ihn ins Feuer gelegt hätten“. Tamerlan auf der anderen Seite schien isoliert, sagte selbst: „Ich habe keinen einzigen amerikanischen Freund, weil ich Sie nicht verstehe.“
Möglicherweise war der große Bruder tatsächlich die treibende Kraft hinter den Anschlägen. Familienmitglieder und Freunde attestieren Tamerlan einen großen Einfluss auf seinen jüngeren Bruder. „Er könnte ihn manipuliert haben“, sagt ein Onkel. Z. Zarnajew, ein Cousin der Brüder, sagte “: „Ich habe Dschochar gewarnt, dass Tamerlan nichts Gutes im Schilde führt.“ Der ältere Bruder sei kein guter Mensch gewesen, niemals glücklich, häufig in Schwierigkeiten. Er habe auch angeblich mehrfach seine Freundin geschlagen.
Die Eltern der Boston-Attentäter wollen all das nicht wahrhaben. Sie zweifeln an der Schuld ihrer Söhne: „Meine Söhne tun so etwas Schreckliches nicht“, sagt Vater Zarnajew, der in Russland lebt „Sie müssen reingelegt worden sein.“ Die Hetzjagd auf seine Söhne sei eine Provokation der Behörden. „Meine Söhne wurden gejagt, weil sie Muslime sind und in Amerika niemanden haben, der sie beschützt.“
Das nie sich ändernde Lied.
Tamerlan wurde angeblich vom FBI beobachtet
In einem Telefoninterview mit US-Medien bekräftigte Zubeidat Zarnajewa, die Mutter der beiden Attentäter: „Terrorismus hat bei meinen Söhnen nie eine Rolle gespielt. Sie hätten eine solche Sache niemals vor mir verheimlicht. Die beiden müssen reingelegt worden sein.“ Indirekt beschuldigte die Mutter sogar FBI und Polizei, Hinweise, die auf ihre Söhne als Täter deuten, gefälscht zu haben. „Mein älterer Sohn Tamerlan wurde fünf Jahre lang vom FBI beobachtet“, behauptete sie. „Wie hätte er währenddessen einen Terroranschlag vorbereiten können?“
Diese mögliche Ungereimtheit wird die Behörden in den kommenden Wochen und Monaten beschäftigen. Die Angehörigen und Freunde werden sich hingegen die Frage stellen, wie aus Dschochar und Tamerlan Zarnajew Terroristen wurden. Eine Antwort darauf kann jetzt nur noch der jüngere der beiden Brüder geben, der schwerverletzt im Krankenhaus liegt.
Warum habt ihr das gemacht? Warum mussten Menschen sterben, warum habt ihr so vielen Menschen, so großes Leid angetan? Auf diese Fragen sollte der überlebende D. Zarnajew antworten. Doch er befindet sich in kritischem Zustand und ist schwer am Hals verletzt. Womöglich, weil er sich kurz vor seiner Festnahme selbst in den Mund schoss! Wird er nie wieder sprechen können? Zarnajew sei derzeit „betäubt und intubiert“, so der Nachrichtensender. Schoss Zarnajew sich selbst in den Mund? Es heißt: Er habe vor seiner Festnahme versucht, durch einen Schuss in den Mund, sich das Leben zu nehmen. Das hätte die Analyse seiner Wunden ergeben.
Zarnajews Zustand sei ernst, aber stabil, so der Gouverneur von Massachusetts.
„Ich hoffe, der Verdächtige überlebt. Denn wir haben eine Million Fragen, und wir wollen Antworten auf diese Fragen.“
Fest steht: Sobald Zarnajew vernehmungsfähig ist, wird er gründlich befragt!
Anders als normalerweise in den USA üblich sollen ihm zu Beginn des Verhörs nicht seine Rechte vorgelesen werden. Die US-Regierung macht eine Ausnahmeregelung zum „Schutz der öffentlichen Sicherheit“ geltend, die es auch ermöglicht, Zarnajew ohne einen Anwalt zu befragen. Die Regierung fürchtet, dass der Boston-Bomber weitere Sprengsätze versteckt hat oder dass Komplizen im Hintergrund agieren.
Sobald das Verhör losgeht, bleiben den Ermittlern 48 Stunden Zeit, um Informationen aus dem Terror-Teenager herauszupressen – dann endet die Ausnahmeregelung.
Ein Team von Verhörspezialisten wird versuchen, in dieser Zeit so viel wie möglich in Erfahrung zu bringen. An der sogenannten „Gruppe zur Befragung von Gefangenen mit besonderem Wert“ sind FBI- und CIA-Agenten sowie Mitarbeiter des Verteidigungsministeriums beteiligt.
Der Boston-Anschlag war die erste Attacke von Kaukasus-Extremisten in den USA.
Hatten die Terror-Brüder Hintermänner?
Bereits 2011 hatte die Bundespolizei den auf der Flucht getöteten Tamerlan Zarnajew (26) als „radikalen Islamisten” im Visier. Das FBI überprüfte ihn damals, sprach auch mit ihm selbst und Familienangehörigen, fanden jedoch keine anhaltspunkte, ein fataler Fehler. Obwohl die USA von Russland diesbezüglich gewarnt wurde.
Im Januar 2012 flog Tamerlan von den USA nach Moskau, er kehrte erst im Juli 2012 zurück. War er in dieser Zeit in Tschetschenien? Radikalisierte er sich weiter? Oder bekam er da eine Gehirnwäsche?
Die ersten Senatoren forderten, Dschochar Zarnajew als „unrechtmäßigen feindlichen Kämpfer“ einzustufen. Damit hätte er den gleichen Status wie die Terrorverdächtigen, die in dem umstrittenen US-Gefangenenlager Guantánamo auf Kuba inhaftiert sind. Rechtsexperten halten das aber für nicht möglich, weil er die US-Staatsbürgerschaft hat.
Knapp drei Wochen nach den Anschlägen vom Boston-Marathon (drei Tote, 264 Verletzte) kommen immer mehr Details aus dem Umfeld der beiden Terroristen Tamerlan († 26) und Dschochar Zarnajew (19) ans Licht.
Boston – Jetzt wurde islamistisches Material auf dem Computer von Katherine Russell (24) gefunden. Sie ist die Witwe von Boston-Bomber Tamerlan Zarnajew, der bei einer Schießerei mit der Polizei vier Tage nach dem Marathon-Anschlag getötet wurde.
Die Polizei fand Al-Qaida-Magazine und verdächtige Dateien auf der Festplatte von Russell“. Ob das Material der Witwe oder Zarnajew gehöre, sei noch nicht klar. Russell hatte laut ihrem Anwalt Amato DeLuca keine Ahnung von den Machenschaften ihres Gatten. Dass ihr Mann Urheber der blutigen Anschläge war, sei ein Schock für die ganze Familie, ließ DeLuca mitteilen.
Die Ermittler gehen davon aus, dass Tamerlan Zarnajew die Bomben zu Hause baute bei Kind und Frau, in Küche und Badezimmer! Es wurden explosive Rückstände in der Spüle und auf Tischen sowie in der Badewanne des Hauses in Cambridge gefunden.
Zarnajew starb an Schuss- und Aufprallverletzungen
Mittlerweile liegt auch das Obduktionsergebnis vor. Bei der Verfolgungsjagd mit der Polizei wurde Tamerlan Zarnajew niedergeschossen und vom Auto seines Bruders überfahren. Er starb nach Schusswunden an Rumpf und Gliedmaßen sowie Traumata an Kopf und Körper.
Am 19. April um 1.35 Uhr wurde der ältere der beiden Bomber-Brüder für tot erklärt.
Proteste wegen Beisetzung in Massachusetts
Der Bestatter, der sich um das Begräbnis des Toten kümmert, sieht sich derweil Kritik und Protesten ausgesetzt. Vor seiner Firma wurde demonstriert. Es sei schwierig, ein Grab für Tamerlan Zarnajew zu finden. Doch stehe jedem Menschen ein würdiges Begräbnis zu
Terroristen steht nichts zu, außer einer Bombe
13. April 2013
Zur Erinnerung an die Inbetriebnahme des KZ Kemna vor 80 Jahren.
“Nacht für Nacht beschimpft, beschmutzt und geschlagen.” Das Lager wurde im Juli 1933 in einer ehemaligen Putzwollfabrik an der Beyenburger Straße als so genanntes Schutzhaftlager der Wuppertaler SA offiziell in Betrieb genommen. Es gehörte zu den frühen Konzentrationslagern und unterstand dem Befehl des berüchtigten SA-Führers Willy “Emmes” Veller, der seit Juni 1933 als kommissarischer Polizeipräsident amtierte und im Lager viele seiner SA-Kumpanen als Wachpersonal einsetzte. Das Lager Kemna verbreitete als Haft- und Folterstätte weit über die Stadtgrenzen hinaus Angst und Schrecken und ist – obwohl es nur bis Januar 1934 existierte – zum Inbegriff für die Willkür und den brutalen Terror des NS-Regimes in seiner Anfangsphase geworden. Die Gefangenen dort waren überwiegend Kommunisten und Sozialdemokraten, die in den Monaten nach der “Machtergreifung” bei den zahlreichen Razzien in Wuppertals “roten” Wohnquartieren verhaftet worden waren. Zu den Häftlingen gehörten z.B. auch die Stadtverordneten Oskar Hoffmann (SPD), Willy Spicher und Otto Böhne (beide KPD). Böhne, der auf dem Elberfelder “Ölberg” wohnte, starb im Februar 1934 an den Folgen seiner schweren Misshandlungen in der Kemna. Bis zur Auflösung des Lagers Anfang 1934 wurden dort unter katastrophalen und menschenunwürdigen Verhältnissen rund 2500 Häftlinge aus Wuppertal und aus dem Bergischen Land eingesperrt und drangsaliert.
Dr. D. M. M.t ist Historiker und Vorsitzender des Fördervereins der Begegnungsstätte Alte Synagoge. Er hat 2007 seine Doktorarbeit über das Lager Kemna geschrieben und dabei sämtliche überlieferten Quellen und Zeitzeugenberichte ausgewertet. In diesem Zusammenhang konnte er auch einige langlebige Kemna-Legenden korrigieren und ins rechte Licht rücken. Seine Dissertation ist die einzige umfassende und systematische Studie über dieses frühe und überregional Schrecken verbreitende Konzentrationslager in Wuppertal.
General-Anzeiger vom 11. Januar 1934
Die “Kemna” wird aufgelöst
Die Insassen werden in die Provinz Hannover übergeführt
Infolge einer Regierungsmaßnahme werden die Konzentrationslager in Preußen aufgelöst und die noch darin befindlichen Schutzhäftlinge in die Papenburger Gegend (westlicher Teil der Provinz Hannover) übergeführt. Sie werden dort mit Bodenarbeiten beschäftigt und sind dem Oberpräsidenten Victor Lutze unterstellt. In dem Konzentrationslager “Kemna”, das mit unter die Auflösung fällt, sind noch etwa 400 Schutzhäftlinge untergebracht. Ein Teil ist bereits abtransportiert worden. Der Rest wird in Kürze folgen.
Dieses Konzentrationslager, das Mitte des vergangenen Jahres in einem ehemaligen Fabrikgebäude an der Verbindungsstraße Oberbarmen – Beyenburg errichtet worden war – ungefähr da, wo der noch klare Wupperfluß in das Weichbild Barmens eintritt -, war der Bevölkerung unter dem Namen “Kemna” geläufig geworden. Sie beherbergte in erster Linie Schutzhäftlinge unserer engeren Umgebung, dann aber auch solche aus dem weiter abgelegenen Rheinland und Westfalen.
Die Häftlinge, anfangs mehrere hundert, waren in Gemeinschaftssälen untergebracht, deren es in dem für seine neuen Zwecke umgestalteten Fabrikgebäude solche in verschiedener Größe gab. Die Erwärmung des mehrere Stockwerke hohen Gebäudes geschah durch eine Zentralheizung, im Anschluß an eine noch vorhandene Fabrikdampfkesselanlage. Die Häftlinge hatten Betten und Strohlager zur Benutzung, wie sie in Kasernen üblich oder dem Frontsoldaten aus den Unterständen der Kriegsjahre bekannt sind. Selbstverständlich mußte dem Zweck einer derartigen Sicherheitsverwahrung und Zusammensetzung des eingelieferten Menschenmaterials entsprechend in dem Hausreglement mit straffer Hand durchgriffen werden.
Ein Teil der Insassen konnte in eigenem Betrieb beschäftigt werden, andere mit Wegebau, Regulierungsarbeiten, Deichbau am Wupperufer usw. Einige Zeit fanden Handwerker Arbeitsgelegenheit bei dem Bau eines besonderen Hauses für die mehrköpfige Wachmannschaft. Hier wurden auch Zellen für schwierig zu behandelnde Häftlinge und für Untersuchungsgefangene angelegt.
Die Belegziffer des Konzentrationslagers wurde später verkleinert. Zum ersten Male nach der Reichstagswahl vom 12. November und dann bei der großen Entlassungsaktion vor Weihnachten. Jetzt wird nunmehr der Rest von stark 100 Mann verschwinden und damit die Kemna.
28. März 2013
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Sprache |
Frohe Ostern |
Bedeutung |
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Afrikaans |
Geseënde Paasfees |
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Albanisch |
Gëzuar Pashkët |
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Amharisch |
Melkam Fasika |
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Arabisch |
المسيح قام
حقاً قام |
Der Herr ist auferstanden
Er ist wahrhaftig auferstanden |
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Armenisch |
Քրիստոս յառեաւ ի մեռելոց
Օրհնեալ է յառութիւնն Քրիստոսի |
Christus ist von den Toten auferstanden
Gesegnet sei die Auferstehung Christi |
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Aserbaidschanisch |
Pasxa bayramınız müqəddəs olsun |
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Baskisch |
Ondo izan Bazko garaian |
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Bosnisch |
Sretan Uskrs |
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Bretonisch |
Pask Seder |
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Bulgarisch |
Христос Воскресе
Воистину воскресе |
Christus ist auferstanden
Wahrhaftig, er ist auferstanden |
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Chinesisch (Mandarin) |
復活節快樂 |
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Deutsch |
Frohe Ostern |
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Dänisch |
God påske |
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Englisch |
Happy Easter |
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Esperanto |
Feliĉan paskon |
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Estnisch |
Häid lihavõttepühi |
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Färöisch |
Gleðilig páskir |
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Finnisch |
Hyvää Pääsiäistä |
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Französisch |
Joyeuses Pâques |
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Furlanisch |
Buine Pasche |
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Galicisch |
Boas Pascuas |
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Georgisch |
ქრისტე აღდგა |
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Griechisch |
Καλό πάσχα
Χριστός ανέστη
Αληθώς ανέστη |
Christus ist auferstanden
Wahrhaftig, er ist auferstanden |
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Hawaiisch |
Hau ʻoli Pakoa |
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Hebräisch |
חג פסחא שמח |
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Indonesisch |
Selamat Paskah |
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Irisch |
Cáisc Shona Dhuit |
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Italienisch |
Buona Pasqua |
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Isländisch |
Gleðilega páska |
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Japanisch |
復活祭おめでとう |
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Jèrriais |
Jouaiyeux Pâques |
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Kannada |
ಈಸ್ಟರ್ ಹಬ್ಬದ ಶುಭಾಷಯಗಳು |
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Katalanisch |
Bona Pasqua |
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Koreanisch |
행복한 부활절이 되시길 |
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Kornisch |
Pask Lowen |
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Kroatisch |
Sretan Uskrs |
Frohe Auferstehung |
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Kurdisch |
Cejnî Hêkesûr pîroz bê |
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Lateinisch |
Felicem Pascham |
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Lettisch |
Priecīgas Lieldienas |
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Litauisch |
Sveiki sulaukę velykų |
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Luxemburgisch |
Schéin Ouschteren |
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Malayalam |
ഈസ്ടര് ആശംസകള് |
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Maltesisch |
L-Għid it-tajjeb |
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Manx |
Caisht sonney dhyt |
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Māori |
Ngā mihi o te Aranga |
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Marathi |
शुभ ईस्टर |
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Mazedonisch |
Среќен Велигден
Христос воскресе
Навистина воскресе |
Christus ist auferstanden
Wahrhaftig, er ist auferstanden |
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Norwegisch |
God påske |
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Okzitanisch |
Bonas Pascas |
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Persisch |
عيد پاک مبارک |
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Polnisch |
Szczęśliwej Wielkanocy |
Gute Große Nächte |
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Portugiesisch |
Boa Páscoa |
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Punjabi |
ਈਸਟਰ ਖੁਸ਼ਿਯਾੰਵਾਲਾ ਹੋਵੇ |
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Rumänisch |
Paşte Fericit
Hristos a inviat
Adevarat ca a inviat! |
Christus ist auferstanden
Wahrhaftig, er ist auferstanden |
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Russisch |
Христос воскресе
воистину воскресе |
Christus ist auferstanden
Wahrhaftig auferstanden |
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Schottisch |
A’ Chàisg sona |
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Schwedisch |
Glad Påsk |
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Schweizer Deutsch |
Schöni Oschtere |
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Serbisch |
Христос васкрсе
Ваистину васкрсе |
Christus ist auferstanden
Wahrhaftig auferstanden |
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Slowakisch |
Veselé prežitie Veľkonočných sviatkov |
Fröhliche Große Nächte |
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Slowenisch |
Vesele velikonočne praznike |
Fröhliche Große Nächte |
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Spanisch |
Felices Pascuas |
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Swahili |
Heri kwa sikukuu ya Pasaka |
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Tamil |
ஈஸ்ட்டர் நல்வாழ்த்துக்கள் |
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Thai |
สุขสันต์วันอีสเตอร์ |
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Tschechisch |
Veselé Velikonoce |
Fröhliche Große Nächte |
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Türkisch |
Paskalya yortunuz kutlu olsun |
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Ungarisch |
Krisztus feltámadt
Valóban, feltámadt
Áldott Húsvétot kívánok |
Christus ist auferstanden
Wahrhaftig, er ist auferstanden
Ich wünsche dir gesegnete Ostern |
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Ukrainisch |
Христос Воскрес
Воїстину Воскрес |
Christus ist auferstanden
Wahrhaftig auferstanden |
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Urdu |
عید مبارک |
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Vietnamesisch |
Chúc Mừng Phục Sinh |
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Volapük |
Lesustanazäli yofik |
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Walisisch |
Pasg Hapus |
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23. März 2013
Seine Geschichte, seine guten Taten und nicht zu vergessen seinen schlechten Taten, ( die man völlig außer Acht lässt) wurde ausschließlich in den arabischen Schriften muslimischer Gelehrter überliefert.
Die frühesten der heute bekannten Werke wurden ca. 100 Jahre nach Mohammeds Tod (632 n.Chr.) verfasst.
Die bedeutendste Quelle ist “Das Leben des Propheten” oder “Sirtu´l Rasul”. Dieser erste erhaltene Bericht über sein Leben stammt von Ibn Ishaq (gestorben 768 n.Chr.), der als sein erster offizieller Biograph gilt. Der Bericht wurde später von Ibn Hisham überarbeitet.
Weitere Schriften stimmen in ihren Angaben nicht immer überein.
Historisch bedeutungsloser, aber für den Islam wichtiger sind die Ahadith = “Überlieferungen der Aussprüche Mohammeds”).
Sie wurden von 1465 Männern gesammelt.
Nur ein paar dieser Sammlungen, die Sihahu´s – Sittah” sind genannt worden und von den Muslimen anerkannt. (sechs richtigen Bücher)
Al Bukhari, sicherlich der bekannteste Sammler, wählt etwa 7 200 Überlieferungen aus einer Anzahl von 600.000 aus.
Um als authentischer Spruch Mohammeds zu gelten, mußte ein Spruch besondere Kriterien erfüllen.
Es gibt folgende 3 Kategorien der mündlichen Überlieferung:
Gesunde Ahadit – sie sind authentische Aussprüche Mohammeds und gehen lückenlos auf ihn zurück
Schöne Ahadit – sie werden allgemein als Aussprüche Mohammeds anerkannt
Schwache Ahadit – sie genügen nicht den allgemeinen Echtheitskriterien
Mohammed vor seiner Berufung (ab 570 n.Chr.)
Geburtsort: Mekka
Geburtsjahr: ca. 570 n. Chr. (es gibt unterschiedliche Angaben)
Ursprung: aus der Sippe der verarmten Haschemiten aus dem Stamm der in Mekka herrschenden Koraischiten (Mehrheit der Bevölkerung gehörte zu den Koraischiten)
Name: Mohammed (oder Muhammad oder Mahomed) bedeutet “der Gepriesene”. Um seine Geburt ranken übernatürliche Zeichen und Wunder.
Der Name wurde ihm aufgrund eines Traumes des Großvaters verliehen
Eltern: Abdallah (Vater), Amina (Mutter)
Abdallah starb schon vor seiner Geburt oder kurz danach,
Amina starb als Mohammed sechs Jahre alt war.
Großvater: Abd-al-Muttallib
Mohammed kam als Waise zu seinem Großvater Abd-al-Muttallib.
Abd-al-Muttallib starb zwei Jahre später. Mohammed kam dann zu seinem Onkel Abu Talib.
Abu Talib war der Bruder von Mohammeds Vater und gehörte zu den einflussreichsten Handelsleuten der Stadt und war der neue Leiter der Haschemiten geworden.
Mohammed leitete bald selbständig dessen Karawanen.
Möglicherweise unternahm Mohammed mit seinem Onkel Handelsreisen nach Syrien.
Mohammed war bekannt für seine Treue. Man vertraute ihm gern Sachwerte an. Er bekam deshalb den Beinamen “Al-Amin” (der Treue).
Mit 20 Jahren kam er in den Dienst der reichsten und vornehmsten Kaufmannswitwe, Chadidscha.
Mohammed wurde in ihrem Haus zu einem mekkanischen Kaufmann unter dessen Hand das Geschäft weiter aufblühte.
Chadidscha – die schon zweimal verwitwet war – machte ihm einen Heiratsantrag: Als beide heirateten war er 25 und sie 40 Jahre alt.
Es scheint eine glückliche Ehe gewesen zu sein. Nach 25 jährigen Ehe starb Chadidscha.
Sie bekamen zwei Jungen und vier Mädchen. Alle starben relativ jung, außer Fatima, die Mohammed überlebt.
Mohammeds Berufung (609/610 n.Chr.)
Um 609/610 war Mohammed ca. 40 Jahre alt.
Er zog sich häufig ins Gebirge zurück und fastete.
Es ging öfter in eine Höhle am Berg Hira in der Nähe Mekkas. Dort lebte ein Hanif, Zeid-ibn-Amr, der seiner Überzeugung wegen aus Mekka vertrieben worden war.
Hier begegnete ihm schließlich der “Engel Gabriel” in einem Traumgesicht.
Mohammed wurde von dem Engel sehr bedrängt und “gezwungen” etwas zu lesen, obwohl er angab, nicht lesen zu können. Auf irgendeine Weise konnte er dann schließlich “lesen”; d.h. er wiederholte die Worte, die der Engel ihm vorsprach. Es soll sich um den Text der Sure 96,1-5,(Blutklumpen)gehandelt haben.
Dieses Erlebnis bestürzte ihn sehr. Er glaubte zunächst, er sei besessen.
Es überfiel ihn große Verzweiflung und Mohammed unternahm immer wieder Selbstmordversuche in der folgenden Zeit, von denen ihn der “Engel Gabriel” abhalten konnte.
Doch seine Frau Chadidscha tröstet ihn, richtete ihn wieder auf, und erklärte ihm, er sei zum Propheten berufen. Auch Chadidschas Cousin, der alte und erblindete Waraqa bin Naufal, bestätigte Mohammed seine Berufung zum Propheten Allahs.
Die erste Person, die zur neuen Religion übertrat war eben seine erste Frau Chadidscha. Ihr folgten Said Ibn Hareta und Ali. Die erste Gruppe der Nachfolger neigte sehr zur Askese und stammt nicht gerade aus der gesellschaftlichen Oberschicht. Sie wurden lächerlich gemacht und verfolgt.
Nach seiner zweiten Offenbarung begann Mohammed zu predigen. Seine Botschaft enthielt folgende Hauptaussagen:
Allah ist der allein wahre Gott.
Allah wird einen Tag des Gerichtes halten.
Überlieferungen berichten uns, dass ihn die Offenbarungen körperlich sehr mitnahmen.
Wenn er Eingebungen bekam, hörte er Glockengeläut, fiel wie betrunken zur Erde und brüllte wie ein Kamelfohlen.
Er hatte rote Augen, eine hohe Stimme und war voll rasender Wut (Hadithe von Jabir).
Er wurde rot, schwitzte oder fröstelte.
Man hörte ihn stöhnen, röcheln und schreien.
Mohammeds Erfolge
Mohammeds Anhängerschaft war zunächst nur gering, da die Mehrheit der Bevölkerung Mekkas seine Lehre ablehnte, die angeblich die Religion der Vorväter untergrub.
In der Stille wuchs aber die Zahl der Anhänger Mohammeds. Zunächst trafen sie sich noch außerhalb Mekkas zum Gebet. Mehr und mehr fühlte er sich aber dazu gerufen, öffentlich zu sprechen.
So trat er aus seiner Verborgenheit heraus. Es war im Hofe der Kaaba, die damals ein zentrales Heiligtum der Göttinnen und Götter der arabischen Wüstenstämme und so auch eine gute Einnahmequelle war.
Mohammed predigte gegen den Vielgötterkult:
“Aus Unwissenheit haben eure Väter diese Bilder aufgestellt. Nun aber ist die Zeit der Unwissenheit vorbei. Gott bezeugt es. Ich hörte die Stimme des Geistes, die Stimme des Engels: Es ist kein Gott außer Gott. Die Engel, die Gottes Thron umstehen, rufen es Tag und Nacht: Es ist kein Gott außer ihm!”
Daraufhin brach offene Feindschaft aus. Dennoch vergriff man sich nicht an ihm, sondern an seinen Anhängern.
Die Hidschra von Mekka nach Medina (622 n.Chr.)
Viele seiner Anhänger flohen von Mekka in das christliche Abessinien (Äthiopien) jenseits des Roten Meeres
Mohammed musste sogar selbst 622 n.Chr. mit einigen seiner Anhänger in die 300 Kilometer nördlich gelegene Siedlung von Yathrib (später Medina) “zurückzuziehen” (die berühmte “Flucht” von Mekka nach Medina).
Einigen Überlieferungen zufolge wurde Mohammed von den Bewohnern Medinas eingeladen, um zwischen den verschiedenen Parteien der Stadt Frieden zu stiften. Eine Gesandtschaft hatte ihn gebeten: “Stifte im Namen Gottes Frieden unter uns und mit den Juden.”
Im September 622 machte er sich auf den Weg. Dieses Ereignis, das als Hidschra bekannt ist, bezeichnet den Wendepunkt in Mohammeds Prophetentum.
In dem Ort Yathrib erfolgte die Gründung der ersten muslimischen Gemeinschaft (Umma), die später als Hidschra – Ära den Beginn der islamischen Zeitrechnung (nach Mondjahren) markierte. Der Schutz, der bis dahin durch den Stamm gewährt wurde, wurde nun durch die religiöse Gemeinde ersetzt.
“Im Namen des barmherzigen und gütigen Allahs. Dies ist eine Urkunde über die Beziehungen zwischen den Ausgewanderten aus Mekka und den Helfern aus Medina. Sie sind eine Gemeinde. Das unterscheidet sie von den Ungläubigen. Die Gläubigen schützen sich gegenseitig ohne Rücksicht auf Stämme und Sippen. Allahs Schutz ist ein einziger. Die Juden, unsere Mitbürger, genießen die gleiche Hilfe und Unterstützung. Der Friede Allahs ist ein einziger.”
Die Koraischiten wurden aus dem Bund ausgeschlossen.
Yathrib bekam den Namen: Medinat an Nabi (Medina), “Stadt des Propheten”.
In Medina konnte Mohammed rasch seine Autorität durchsetzen. Hier wurde Mohammed vom Prediger zum Feldherrn und Staatsmann.
In den Jahren nach der Hidschra nahm der muslimische Anteil der Gemeinschaft immer weiter zu. In den vorangehenden 13 Jahren hatte Mohammed in Mekka kaum mehr als 100 Anhänger gewonnen.
Dabei wird jedoch davon ausgegangen, dass ein großer Teil der Konvertiten nicht aus Überzeugung zum Islam übertrat. Diese werden in der Überlieferung häufig als “Heuchler” (Munafiqun) dargestellt.
Im Jahr 630 n.Chr. eroberte Mohammed mit seiner Streitmacht die Stadt Mekka.
Nach der Eroberung Mekkas wurde Mohammed zum Führer fast der gesamten Arabischen Halbinsel, und die muslimischen Streitkräfte drangen bis in den Süden Syriens vor.
632 n.Chr. unternahm Mohammed seine letzte Pilgerfahrt von Medina nach Mekka (Hadsch) und starb kurz nach seiner Rückkehr nach Medina.
Er wurde in seinem Wohnhaus in Medina bestattet, und um seine Gruft wurde die zweitwichtigste Moschee des Islam errichtet.
Heute ist Medina zusammen mit Mekka und Jerusalem eine der heiligen Städte des Islam. Tausende von Gläubigen pilgern jedes Jahr dorthin, um das Grab Mohammeds in der Moschee des Propheten zu besuchen. Es wird in seiner religiösen Bedeutung für den Islam nur noch von der Kaaba in Mekka übertroffen.
Mohammeds blutige militärische Erfolge (Massaker)
Einer der Gründe für die Anerkennung von Mohammeds Autorität in Medina waren auch seine militärischen Erfolge.
Zwei Jahre nach der Hidschra – also im Jahr 624 n.Chr. – überfiel er die Karawanen der Mekkaner.
Mit einer kleinen Schar von 283 Nachfolgern besiegte er die gewaltige Streitmacht der Mekkaner bei Badr.
Die Angriffe der Mekkaner auf die Stadt Medina wurden in den Schlachten von Uhud (625) und Ditch (627) zurückgeschlagen.
Nachdem den Siegern das Recht zum Beutemachen zugestanden worden war, strömten Araber Mohammed zu.
Mohammeds zunehmender Ruhm führte dazu, dass immer häufiger Abkommen mit den benachbarten Stämmen geschlossen wurden, die den Islam anerkannten.
628 n.Chr. kam es schließlich zum Abkommen von Al-Hudaybiyya mit den Mekkanern, das zur Gleichstellung der Gemeinschaft Mohammeds (“Umma”) mit der Mekkas führte.
Sechs Jahre nach dem ersten Sieg über die Mekkaner hatte sich das militärische Gleichgewicht zu seinen Gunsten verschoben.
Im Jahr 630 n.Chr. gelang es Mohammed mit 10.000 Männern gegen Mekka zu marschieren. Die Stadt wurde praktisch widerstandslos eingenommen.
Dadurch wurde die Kaaba, die sich bereits zum geistigen Mittelpunkt des Islam entwickelt hatte, den Muslimen zugänglich wurde. Die Götzenbilder des Heiligen Bezirks in Mekka wurden zerstört und Mekka zur “Heiligen Stadt des Islam” erklärt.
Von Medina aus richtete Mohammed einen theokratischen Staat ein.
Verhältnis zu Juden und Christen
Dass Mohammed in Medina so leichten Erfolg hatte, ist aber auch nicht ohne die Juden dort zu verstehen. Durch ihren Einfluss hatte der altarabische Götterglaube schon vorher seine innere Kraft verloren, so dass für Mohammeds Botschaft der Weg geebnet war. Wahrscheinlich hat Mohammed darum große Hoffnung auf die Juden gesetzt.
Als Besitzer der “Schrift” schätzte er sie anfänglich hoch, später jedoch lehnte er sie radikal ab.
Von den Juden übernahm Mohammed eine ganze Reihe jüdischer Gepflogenheiten:
Hinter dem islamischen Freitagsgottesdienst steht die jüdische Sabbatfeier.
Die Einrichtung des regelmäßigen Gebetes ist jüdisch beeinflusst und vielleicht auch die Gebetsrichtung, die anfangs nach Jerusalem wies.
Die rituelle Waschungen, die reine und unreine Speisen dürften ebenfalls aus dem Judentum übernommen sein.
Die Juden sollten zur neuen Gemeinschaft hinzugehören und mit den Muslimen ein Brudervolk werden. Sie sollten anerkennen, dass er von Gott zu den arabischen Menschen gesandt war. Zu dieser Anerkennung kam es aber nicht.
Die Juden schlossen sich Mohammeds neuer Glaubenslehre nicht an.
Deshalb wandte er sich gegen die drei in und um Medina lebenden jüdischen Sippen und vernichtete sie.
Er ließ … im April 624 n.Chr. den Stamm der “Banu Qaynuqa” aus Medina vertreiben. Sie wanderten nach Syrien aus,… im Jahr 625 n.Chr. den Stamm der “Banu Nadir” vertreiben. Die Juden mussten ihre Waffen und Kriegsgerät zurücklassen und wanderten nach Haybar aus, … den dritten Stamm, die “Banu Qurayza” zunächst belagern. Die Juden ergaben sich nach 25 Tagen. Die ca. 600-700 männlichen Mitglieder des jüdischen Stammes wurden dann umgebracht. Mohammed ließ auf dem Marktplatz Medinas große Gräben ausheben. Man führte die Juden hinzu, band sie in Gruppen zusammen, köpfte einen nach dem anderen am Rand dieser Gräben und warf sie hinein. Die Frauen und Kinder wurden in die Sklaverei verkauft.
Aus der Ablehnung der Juden erwuchs die Abgrenzung von den Juden und der islamische Judenhass. In etlichen Suren kommt dies zur Geltung.
Die Juden sagen, Esra sei Allahs Sohn, und die Christen sagen, der Messias sei Allahs Sohn. Das ist das Wort ihres Mundes. Sie ahmen die Rede derer nach, die vordem ungläubig waren. Allahs Fluch über sie! Wie sind sie irregeleitet!
Diejenigen, die sich im Unglauben ereifern, brauchen dich nicht traurig zu machen … Leute, die dem Judentum angehören … Im Diesseits wird ihnen Schande zuteil, und im Jenseits haben sie ein gewaltige Strafe zu erwarten.
Und die Juden sagen: “Unser Herz ist eben unbeschnitten”. Aber nein! Allah hat sie zur Strafe für ihren Unglauben verflucht. Darum sind sie so wenig gläubig!
Die Juden sagen: “Die Hand Allahs ist gefesselt”. Ihre eigenen Hände sollen gefesselt sein, und verflucht sollen sie sein zur Strafe für das, was sie da sagen.
Sie wünschen, dass ihr ungläubig werdet, wie sie ungläubig sind, so dass ihr alle gleich werdet. Nehmt euch daher keine Beschützer von ihnen, solange sie nicht auf Allahs Weg wandern. (SURA 4)Und wenn sie sich abwenden, dann ergreift sie und tötet sie, wo immer ihr sie auffindet; und nehmt euch keinen von ihnen zum Beschützer oder zum Helfer,
Mohammed änderte jetzt Dinge, die er zunächst von den Juden übernommen hatte.
Die Gebetsrichtung nach Mekka statt nach Jerusalem.
Das Fasten im Ramadan statt am Yom Kippur.
Die Lehre, dass Ismael Abrahams echter Sohn sei (deshalb wurde auch Ismael geopfert und nicht Isaak).
Nach Mohammeds Tod im Jahr 632 n.Chr. gab es jedoch fast keine Feindschaft gegenüber den Juden mehr.
Unter der muslimischen Herrschaft der Araber ging es den Juden relativ gut.
Sie gelangten auf manche Art zum Wohlstand.
Obwohl Juden gelegentlich Massakern ausgesetzt waren, erlebten sie vom 7. bis zum 11. Jh. unter ihren arabischen Herrschern im Großen und Ganzen eine Art “goldenes jüdisches Zeitalter”.
Erst als die arabische Herrschaft endete und die türkischen Seldschuken 1071 n.Chr. Jerusalem einnahmen, brach für Juden und Christen blutige Zeiten an.
Die Christen
Auch die Christen verweigerten ihre Zustimmung und nannten Mohammed einen falschen Propheten.
Die neue Gemeinschaft von Juden, Christen und Muslimen, von der Mohammed gehofft hatte, dass sie vereint den einen Gott ausrufen würde, kam nicht zustande.
Die Enttäuschung darüber ist in den späteren Texten des Korans erkennbar.
Die anfängliche religiöse Toleranz gegenüber Andersgläubige wandte sich später in offene Feindschaft. Die Suren zeigen klar (9,1ff und 48,16), dass der Kampf gegen die Heiden begonnen hatte. Es gab nur die Wahl zwischen Unterwerfung oder Tod. Die Religionsfreiheit, die gewährt wird, gehörte der Vergangenheit an, laut Sure 2,256.
Die Schriftbesitzer nahmen jedoch weiterhin eine Sonderstellung ein.
Sie wurden nicht gezwungen, den Islam anzunehmen, obwohl sie sich seiner Herrschaft unterwerfen mussten.
Sie wurden Dhimmis genannt und gezwungen, eine zusätzliche Kopfsteuer zu zahlen.
Dhimmis (Juden und Christen) waren Menschen zweiter Klasse und wurden wie folgt behandelt:
Dhimmis mussten auf den von ihnen bewirtschaften Boden, der dem Staat gehörte, eine Grundsteuer sowie andere, irreguläre Steuern (Awarid). Während sie anfangs, als der islamische Staat noch ungefestigt war, auch in öffentliche Ämter aufsteigen konnten, wurde dies bald verhindert, gestützt auf zahlreiche Stellen im Koran. Dazu kam eine massive Ungleichheit vor dem Gesetz, also eine dauerhafte Diskriminierung. Der Schwur eines Muslims galt gegenüber dem eines Muslims nichts. Daraus folgte chronische Bestechlichkeit von Richtern und Zeugen.
Neue Kirchen, Klöster und Synagogen durften sie zwar nicht bauen, aber vorhandene Gebäude durften unter Vorbehalten erneuert werden. Die Hälfte ihrer Kirchen mussten an Muslime abgegeben werden, die Moscheen daraus machten. Glocken, öffentliche Begräbnisse und Feiern wurden verboten.
Bau oder die Renovierung von Kirchen, Tempeln und dergleichen war zulässig, falls ein Kapitulationsvertrag mit den muslimischen Eroberern geschlossen wurde, der den Besiegten das Recht auf ihren bisherigen Landbesitz zusagte. Ohne diese Zusage, oder im Falle einer militärischen Niederlage waren Renovierung oder Neubau untersagt.
Religiöse Führer mussten ein Genehmigungsverfahren durchlaufen.
Gottesdienste und Beerdigungen waren unauffällig zu halten; dabei waren keine Zeichen ihres Glaubens, z. B. Kreuze, zu zeigen.
Dhimmis war es verboten, in besseren Häusern als die Moslems zu leben.
Ein Dhimmi durfte keine Waffen mit sich tragen.
Sein Zeugnis galt vor Gericht weniger als das eines Muslims, als Zeuge in Prozessen gegen Muslime war gar nicht zulässig. Muslime brauchten für Vergehen an einem Dhimmi nur halbe Strafe zu tragen; und wegen eines solchen Unterworfenen konnten sie nie hingerichtet werden. Umgekehrt waren grausamste Hinrichtungsarten überwiegend den “Dhimmi” vorbehalten.
Dhimmis durften die Stadt Mekka nicht betreten.
Ein männlicher Dhimmi durfte keine Muslimin heiraten, ein Muslim jedoch eine Dhimmi-Frau.
Dhimmis durften nur Esel, nicht jedoch Kamele oder Pferde reiten. Sie mussten ehrerbietig vor ihren Eseln absteigen, wenn Moslems vorbeikamen.
Häufig galten bestimmte Kleiderverbote und -vorschriften (z. B. der Judenhut), um den Einzelnen als Mitglied einer bestimmten Religionsgemeinschaft erkennbar zu machen.
Dhimmis mussten mit gesenktem Blick zur Linken der Muslime (deren unreiner Seite) vorbeizugehen. Muslimen wurde empfohlen, Dhimmis beiseite zu stoßen, und in Anwesenheit eines Muslims musste ein Dhimmi in demütiger und respektvoller Haltung dastehen. Er durfte aber erst nach Aufforderung, in diesem Falle nur leise sprechen.
Wurden Dhimmis von Muslimen geschlagen, durften sie sich aber nicht wehren. Schlug ein Dhimmi zurück, wurde er entweder hingerichtet oder man schlug ihm die Hand ab.
Eine besondere Art, ihre Dhimmis zu behandeln, kannten die Osmanen: Die osmanische Elitetruppe, die Janitscharen, zwangsrekrutierte man aus christlichen Familien aus Serbien, Albanien, Bosnien, Bulgarien und Griechenland, denen die Kinder im Alter von 12 – 16 Jahren weggenommen wurden (sogenannte “Knabenlese”, türk. devschirme). Auch Tscherkessen waren betroffen. Man erzog die Jungen im Janitscharenkorps oder in der Palastschule und machte aus ihnen fanatische Muslime. Die Besten wurden in die Zentralverwaltung bis hinauf zum Großwesir übernommen. Diese Art der Aushebung wurde erst 1648 eingestellt.
Gemeinsame Elemente zwischen Moslems, Juden und Christen
Zwischen Judentum, Christentum und Islam gibt es einige “gemeinsame” Elemente (Glaubensüberzeugungen).
Alle drei Religionen haben ein heiliges Buch.
Am wichtigsten ist der Glaube an einen Gott.
Er regiert ewig.
Er hat die Welt erschaffen.
Er hat den Menschen erschaffen.
Er ist der Richter der Menschen, der jeden zur Rechenschaft ziehen wird.
Weitere gemeinsame Überzeugungen z.B.:
Der Mensch soll allein Gott anbeten.
Der Mensch soll die Gebote Gottes halten.
Der Mensch soll das Gute tun und seine Sünden bekennen.
Der Teufel hindert den Menschen daran, das Gute zu tun.
Der Mensch kann bei Gott Hilfe finden, um ein gottesfürchtiges Leben zu führen.
Der Mensch kann bei Gott Vergebung erfahren.
Die Menschen werden entweder ihr zukünftiges Leben im Paradies oder in der Hölle verbringen.
Wer nicht an Gott glaubt, der wird ewig verdammt werden.
Juden und Christen nannte Mohammed “Leute der Schrift”.
Der Koran kennt auch u.a. Abraham, Mose (ausführlich), Hiob, Joseph (ausführlich), Jesus (Isa; sehr ausführlich), Maria, Johannes der Täufer.
Der Koran hat vieles aus der Bibel entlehnt. Das ist historisch erwiesen.
Die Ausbreitung des Islam
Nach dem Tode Mohammeds (632 n. Chr.) eroberten die muslimischen Heere innerhalb ca. 100 Jahre ein gewaltiges Gebiet.
Es wurden erobert:
635 n.Chr. Damaskus
641 n.Chr. Ägypten
644 n.Chr. Persien
691 n.Chr. die Atlantikküste Afrikas
711 n.Chr. Spanien, Transoxanien und die Indusebene
732 n.Chr. wurden die arabischen Heere in zwei Schlachten bei Tours und Potiers vom Frankenkönig Karl Martell geschlagen. Damit kam der Vormarsch der Araber zum Stillstand.
Im Zuge der Islamisierung wurden 3200 Kirchen zerstört oder in Moscheen umgewandelt.
Die Christen durften zwar weiterhin ihre Glauben ausüben, doch fast alle Christen traten schließlich um politischer und sozialer Vorteile wegen zum Islam über.
Die Missionierung unter den Moslems war jedoch stets verboten.
In allen eroberten Gebieten wurde Arabisch die offizielle Sprache. Nur die Türkei und Persien widersetzen sich der Arabisierung.
Mohammed und seine Frauen
Mit 25 Jahren heiratete Mohammed die 15 Jahre ältere Kaufmanns – Witwe Chadidscha.
Während dieser Ehe lebte er streng monogam. Danach heiratet er eine ganze Reihe von Frauen (ca. 13). Spezielle Sonderoffenbarungen Allahs gaben im dazu freie Hand. Ein gewöhnlicher Muslim darf jedoch höchstens 4 Frauen heiraten.
Als 620 n.Chr. Chadidscha starb heiratet Mohammed im selben Jahr die Witwe Sauda und verlobte sich auch noch mit der sechs Jahre alten Aischa, der Tochter Abu Bekrs. Als sie neun Jahre war holte er sie zu sich ins Haus und verkehrte mit ihr.
Bis zum Jahr 625 n.Chr. ehelichte er noch zwei Frauen, so daß er nun vier Frauen hatte, also die Zahl, die dem “Gläubigen” erlaubt war.
Bis zum Jahre 629 ehelichte er weitere fünf Frauen, was er mit einer Sonderoffenbarung begründete, die ihm allein diese Ausnahme von der Regel gestattete.
Die Zahl der Frauen Mohammeds beläuft sich auf ca. 9 – 11.
Nach einer Überlieferung sollen es sogar 13 Frauen gewesen sein.
Dabei achtete Mohammed darauf, Töchter der umgebenden “Herrscher”-Häuser (Clan – Fürsten) zu heiraten, um auf diese Weise Verwandtschaftsverhältnisse entstehen zu lassen.
Seine Söhne überlebten nicht. Der letzte, Ibrahim, 630 n.Chr. aus dem Konkubinat mit der Koptin Maria, seiner neunten Frau, geboren, starb kurz vor Mohammeds eigenem Tod 632.
Diese Konkubine Maria war ein Geschenk des ägyptischen Satrapen an Mohammed. Mohammed hatte ihn zuvor – wie viele der umgebenden Herrscher – zum Übertritt zum Islam aufgefordert.
Mohammeds Töchter wurden mit einflußreichen Persönlichkeiten der Gesellschaft verheiratet, so daß der Großteil der Führung der muslimischen Gemeinde (“Umma”) miteinander verschwägert war.
Die Sitte der Polygamie war bei den arabischen Stämmen Brauch, das Gebot dazu entstand wahrscheinlich nach der verlorenen verlustreichen Schlacht am Uhud-Berg nördlich von Medina, als Mohammed sich Gedanken über die Weiterführung seines Auftrages machte. Er selber heiratete die Witwe eines seiner Gefährten und gebot es auch seinen anderen Gefährten, um die Sache des Islam weiterzuführen.
Das Konkubinat hat Mohammed nach den Hadithen bei der Eroberung Mekkas befohlen, um sich während der langen Abwesenheit von der Ehefrau nicht zu versündigen.
Die Schiiten haben das Konkubinat bis heute beibehalten, die Sunniten lehnen es ab.
Mohammeds Tod
632 n.Chr. unternahm Mohammed seine letzte Pilgerfahrt von Medina nach Mekka (Hadsch) und starb kurz nach seiner Rückkehr nach Medina.
Er starb im Alter von 62 Jahren in den Armen seiner besonders geliebten Frau Aischa. Die Todesursache waren die Langzeitfolgen einer Vergiftung.
Er wurde in seinem Wohnhaus in Medina bestattet, und um seine Gruft wurde die zweitwichtigste Moschee des Islam errichtet.
Mohammed hatte keine Vorsorge für seine Nachfolger getroffen und überließ die Zukunft seiner Religion den Händen seiner Gefährten, die ihm gefolgt waren.
23. Februar 2013
Offenbar aus wahltaktischem Kalkül hat die konservative bulgarische Regierung von Ministerpräsident Bojko Borisow , Mittwoch überraschend ihren Rücktritt angekündigt. Borisow begründete seinen Rücktritt damit, dass er nicht einer Regierung angehören möchte, deren Polizei gewaltsam gegen das Volk vorgeht.
Das Land befindet sich in einer tiefen wirtschaftlichen Krise, die verarmende Bevölkerung ist verzweifelt und im Juli soll gewählt werden. Vor zwei Wochen gab es Massenproteste, bei denen die Polizei besonders am Dienstag gewaltsam gegen die Demonstranten vorging. Dabei wurden 14 Menschen verletzt.
Die bulgarische Krise ist nicht nur innenpolitisch von Bedeutung. Sie ist Symptom eines Trends in Osteuropa: Regierungen, denen es nicht gelingt, die weit verbreitete Armut zu mildern, müssen um ihre Macht bangen. Und das sind vor allem Regierungen, die das tun, was die EU will.
Borisow war ein Musterbeispiel dafür, wie EU-konforme Politik in Osteuropa in den Abgrund führen kann. Finanzminister Simeon Djankov hatte es geschafft, das Staatsdefizit im vergangenen Jahr auf nur 0,5 Prozent des Bruttoinlandsproduktes zu senken, und auch 2011 war das Land mit einem Minus von zwei Prozent unter der von der EU geforderten Obergrenze von drei Prozent geblieben. Das hatte die bulgarische Regierung in Brüssel sehr beliebt gemacht – aber beim Volk sehr verhasst.
Denn der Preis für die Sparerei war eine weitere Verarmung der Bevölkerung, obwohl die Staatsgehälter und Renten nur eingefroren waren und nicht gesenkt wurden. Wobei “Verarmung” im ohnehin bereits ärmsten Land der EU eher Verelendung heißen müsste.
Die Bauern waren erzürnt, als im Zuge der Sparpolitik fast 700 Millionen Euro an Zuschüssen für die Agrarwirtschaft zurückgehalten wurden. Ebenfalls gestoppt wurde der geplante Bau eines neuen Kernkraftwerks, wovon man sich in Bulgarien Arbeitsplätze und sinkende Stromrechnungen erhofft hatte.
Auch diese eine Maßnahme, die in der EU auf Wohlgefallen stieß, nicht aber beim Volk. Die Durchschnittsgehälter in Bulgarien liegen bei ca. 400 Euro, eine durchschnittliche Stromrechnung beträgt ca. 100 Euro. Und viele Menschen verdienen weit weniger als 400 Euro, oder sogar nichts.
Die hohen Lebenshaltungskosten, insbesondere die Strom- und Gaspreise und die Sparpolitik der Regierung hatten zu Massenprotesten geführt, wie das Land sie zuletzt in der Hyperinflationskrise 1997 gesehen hatte. Auch damals war die Regierung gestürzt.
1997 waren die postkommunistischen “Sozialisten” an der Macht gewesen, diesmal stürzte eine rechte Regierung, und es sind die Sozialisten, die davon profitieren könnten. Egal, welches Lager regiert: Die wirtschaftliche Lage der Menschen ist dermaßen prekär, dass jede Regierung Probleme bekommt, unter der es noch schlimmer wird.
Um die Proteste zu mildern, hatte Ministerpräsident Borisow Stück für Stück Zugeständnisse gemacht. Er hatte Djankov gefeuert und auch die Agrarsubventionen sollen wieder ausgezahlt werden. Seine Wahlstrategen scheinen aber zu dem Schluss gekommen zu sein, dass das nicht reichen würde, um die Wahlen im kommenden Juli zu gewinnen. Besser, jetzt die Taue zu kappen, bevor die Dynamik der Wut die Lage wahltaktisch noch schwieriger macht.
Krise trifft Prinzipien der EU empfindlich
Die Krise ist nicht nur für Bulgarien von Belang, sondern trifft einige Grundprinzipien der EU empfindlich. Um das Volk zu besänftigen, hatte Borisow versprochen, multinationale Energieunternehmen – die den bulgarischen Energiesektor beherrschen – finanziell zu bestrafen, und Strompreise zu senken.
Das Problem und der Lösungsansatz, sind nicht auf Bulgarien beschränkt. Anderweitig im früheren Ostblock gab es ähnliche Bestrebungen. Ungarns konservative Regierung begann schon vor Jahren, multinationale Energiekonzerne steuerlich zu belasten, die staatliche Präsenz im Energiesektor auszubauen, und will ebenfalls die Energiekosten für die Bevölkerung senken. Auch die Opposition dort hat erkannt, dass die Bürger das fordern.
All das widerspricht natürlich dem Grundprinzip des freien Marktes und kündigt eine Rückkehr zu Elementen des staatswirtschaftlichen Systems an: dass der Staat die Grundversorgung der Bevölkerung zu minimalen Preisen gewährleistet, wobei die Preise dadurch sinken würden, dass auf Profite verzichtet wird. Ein wesentlicher Sektor wäre damit der Privatwirtschaft entzogen.
Die EU muss sich nun fragen, was es bedeutet, dass Regierungen, die EU-Prinzipien treu umsetzen, den Wahlbürgern missfallen. Es ist symbolhaft, das Borisows gestürzte Regierungspartei “Bürger für die Europäische Entwicklung Bulgariens” heißt.
Im Wahlkampf dürfte die Forderung nach einer Renationalisierung der Energieunternehmen eine zentrale Rolle spielen. Noch ist nicht klar, ob es beim Wahltermin im Juli bleibt, oder ob es vorgezogene Wahlen geben wird.
Am Donnerstag wird das Parlament über das Rücktrittsgesuch der Regierung abstimmen. Da alle Oppositionsparteien – die Sozialisten, die Partei der türkischen Minderheit und die nationalistische “Attack” für Neuwahlen sind – werden sie wohl im Parlament für den Rücktritt stimmen, Borisows eigene Partei vermutlich auch.
Danach gibt es zwei Möglichkeiten. Parlamentspräsident Rosen, ein politischer Verbündeter Borisows, wird eine Übergangsregierung bestimmen, entweder bis zum ursprünglichen Wahltermin im Juli, oder bis zu Neuwahlen.
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